Narbenpflege mit CBD

Auch an einer guten Narbenbildung sind die Wirkstoffe des Hanfs beteiligt. Doch wie sieht es mit bereits bestehenden Narben aus? Können diese mit Hilfe von Cannabis zurückgebildet werden?

Faktoren für verstärkte Narbenbildung

Wenn der Haut eine Verletzung widerfährt, dann reagiert der Körper in der Regel schnell mit dem Heilungsprozess, an dessen Ende – je nach Art, Größe und Tiefe der Verletzung – meistens eine Narbe steht. Narben bestehen hauptsächlich aus festem Bindegewebe und sind deshalb nicht so elastisch wie die intakte Haut. In schlimmen Fällen führen Narben zu Bewegungseinschränkungen und zu Spannungen in umliegenden Hautstellen.

Bei hellhäutigen Menschen sind Narben für gewöhnlich heller als die restliche Haut, bei dunkelhäutigen sind Narben dunkler als die gesunde Haut. Sie weisen keinen Haarwuchs sowie keine Talg- und Schweißdrüsen auf. Wenn die Narbe von der betroffenen Person als Makel oder gar als entstellend empfunden wird, wirkt sich das nicht selten auf die Lebensqualität des Betroffenen aus.

Neben Größe und Tiefe der Verletzung wirken sich weitere Faktoren negativ auf die Narbenbildung aus. Sie lassen Narben größer, härter oder tiefer werden. Ist die Hautverletzung längere Zeit entzündet, sorgen Keratinozyten (hornbildende Zellen) und Fibroblasten (bewegliche Zellen im Bindegewebe, die bei der Narbenbildung schließlich zu unbeweglichen Zellen werden) dafür, dass vermehrt Bindegewebe gebildet wird.

Ausgefranste, unregelmäßige Wundränder führen ebenfalls zu verstärkter Narbenbildung – im Gegensatz zu glatten Wundrändern. Je jünger der Betroffene ist, desto stärker bilden sich Narben auf dessen Körper aus. Am meisten betroffen von starker Vernarbung sind 10- bis 30-Jährige. Auch Schwangerschaftshormone können das Narbenwachstum begünstigen.

Dort wo die Haut stark gespannt ist, beispielsweise am Dekolleté, am Rücken und an den Schultern, sind häufig größere, wulstartige Narben zu sehen. Nicht zuletzt spielen die Erbanlagen jedes Menschen eine wichtige Rolle bei der Narbenbildung.

WEICHE NARBEN

Die ideale Narbe ist weich und flach und unterscheidet sich damit vom Äußeren her nicht großartig von der gesunden Haut. Es gibt aber auch Narben, die von pathologischer Natur sind.

Die hypertrophen Narben bestehen aus verdicktem, kordelförmigem Gewebe und erheben sich über das normale Hautniveau. Hypertrophe Narben können sich von selbst zurückbilden. Ein Teil dieses Prozesses ist die Umwandlung von Fibroblasten im betroffenen Gewebe zu Fibrozyten. Fibrozyten sind nicht mehr beweglich. Durch ihre Inaktivität produzieren sie kein Kollagen mehr. Sogenannte Kollagenasen sind am Rückbildungsprozess beteiligt. Meint der Körper es aber zu gut mit der Rückbildung von Narben, können die Narben auch einfallen. Ein ähnliches Aussehen wie die hypertrophen Narben haben Keloide, das sind wulstige Wucherungen. Wie die hypertrophen Narbenentstehung ist diese Art der Narbenbildung unter anderem erblich bedingt. In beiden Fällen handelt es sich um eine übermäßige Produktion von Bindegewebe. Keloide bilden sich so gut wie nie von alleine wieder zurück. Oft treten an der Narbe Schmerzen, Rötungen, Juckreiz und Brennen auf. 

Aber auch fehlende Substanz sorgt für pathologische Narben. Bei Ice-pick-Narben handelt es sich um eine Art Löcher in der Haut, die scharfkantig nach innen gezogen scheinen. Sie gehören zu den atrophen Narben, die sich generell als schüsselförmig eingesunkene Vertiefungen beschreiben lassen. Harte Narben, die nur sehr wenig Elastizität aufweisen und bekannt dafür sind zu schrumpfen, werden als sklerotische Narben bezeichnet. Atrophe Narben entstehen meist durch schlecht heilende Wunden, bei denen nicht genug Bindegewebe zum Wiederaufbau produziert werden konnte. Besonders bekannte atrophe Narben sind Aknenarben. Aber auch große Hautareale, die durch Verbrühungen oder Verbrennungen verletzt wurden, fallen durch die Vernarbung in sich zusammen.

Es gibt also verschiedene Arten von pathologischen Narben, denen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Einmal produziert der Körper zu viel Bindegewebe, das andere Mal produziert er zu wenig. Daraus ist zu schlussfolgern, dass es wahrscheinlich auch verschiedener Wirkstoffe der Cannabispflanze bedürfte, um den jeweiligen Narben den Kampf anzusagen.

CBD BEEINFLUSST DIE NARBENBILDUNG POSITIV

Da Cannabinoide einen Faktor bei der Narbenbildung darstellen, liegt die Vermutung nahe, dass sie auch an der Rückbildung beteiligt sein könnten. CBD hemmt am CB1-Rezeptor als Antagonist das Narbenwachstum. Es werden weniger Fibroblasten erzeugt. Fibroblasten sind die Vorstufe zu den unbeweglichen Fibrozyten, die – wie oben beschrieben – kein Kollagen mehr herstellen und somit die Narbe auch nicht mehr wachsen lassen. Bei Bedarf oder einer Fehlfunktion können sich Fibrozyten allerdings teilen und dadurch wieder neue Fibroblasten und somit neues Gewebe entstehen lassen. Das Gewebe beginnt im ungünstigen Fall zu wuchern. Mittels CBD könnte eine solche Wucherung vermieden werden.

KEINE HÄSSLICHEN NARBEN

Was Cannabis aber auf jeden Fall kann ist, das Wachstum pathogener Narben zu verringern. Da CBD erwiesenermaßen entzündungshemmend wirkt und Entzündungen eine der Ursachen für verstärkte Wucherungen an Verletzungen darstellen, tut man gut daran, sich bereits während des Heilungsprozesses mit CBD zu behandeln – natürlich nur nach Rücksprache mit einem fachkundigen Arzt. Die Anwendung des Cannabisprodukts kann innerlich erfolgen, etwa in Form von CBD-Öl, -Tabletten oder -Kapseln, oder äußerlich durch CBD-Tinkturen, -Öle oder -Salben. Vor allem Öle und Salben halten das Gewebe zudem geschmeidig und weich, was wiederum unangenehmen Verhärtungen entgegenwirken kann.